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Low Code Entwicklung: Der schnellste Weg zur eigenen App?

Eine App entwickeln, ohne monatelang Entwicklerteams zu koordinieren oder ein großes Budget zu investieren? Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Genau hier setzt die Low Code Entwicklung an.

Doch während Low Code App Building aktuell als Heilsversprechen für die Digitalisierungsengpass gehandelt wird, zeigt die Praxis: Der codefreie Ansatz kann auch zur teuren Sackgasse für deine App-Träume werden.

Deshalb sehen wir uns in diesem Artikel ganz genau an:

  • Wann ist die Low Code Entwicklung sinnvoll?
  • Wo liegen ihre Grenzen?
  • In welchen Fällen ist der klassischen Entwicklungsansatz die bessere Alternative?

Low Code Entwicklung – das Wichtigste in Kürze:

  • Low Code beschleunigt App-Projekte enorm, stößt aber schneller an technische Grenzen als meist nach außen kommuniziert wird
  • Für interne Tools und MVPs ohne monetären Anspruch kann Low Code eine gute Wahl sein, für komplexe oder geschäftskritische Apps jedoch nicht
  • Die Abhängigkeit von einer Plattform wird häufig unterschätzt und kann langfristig teuer werden
  • Ob Low Code für dich sinnvoll ist, hängt weniger vom Budget als vom Ziel deiner App ab

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Warum die Low Code App Entwicklung gerade boomt

Stell dir vor: In deinem Unternehmen stapeln sich die Ideen für digitale Lösungen. Ein internes Tool hier, ein Kundenportal dort, ein neues Feature für den Vertrieb.

Jeder im Unternehmen weiß, dass zur Realisierung ein ganzer Stapel an Digitalisierungsaufgaben anfällt. Aber jedes Mal heißt es: „Dafür haben wir gerade keine Entwickler-Kapazitäten.“

Also passiert monate- oder gar jahrlang… nichts. Was für Frust bei allen Beteiligten sorgt.

Genau in diese Lücke stößt die Low Code Entwicklung. Sie verspricht: Apps bauen ohne riesige IT-Teams, Prozesse digitalisieren ohne jahrelange Projektpläne.

Fachabteilungen sollen selbst Lösungen erstellen können, statt auf freie Kapazitäten interner Entwicklerteams zu warten.

Klingt wie die perfekte Lösung für ein reales Problem, weshalb der Low-Code-Markt rasant wächst.

Aber hier offenbart sich auch die Schattenseite: Was sich unkompliziert umsetzen lässt, ist nicht automatisch durchdacht, skalierbar oder langfristig wartbar. Und was als unkomplizierte App-Lösung beginnt, kann schnell zur technischen Dauerbaustelle werden …

Was ist Low Code App Entwicklung?

Low Code Entwicklung ist im Grunde der Versuch, App Entwicklung von einer reinen Coding-Disziplin zu einer Baukasten-Disziplin zu machen.

Statt jede Funktion Zeile für Zeile zu programmieren, arbeitest du hauptsächlich mit visuellen Oberflächen, logisch miteinander verknüpften Blöcken und vorgefertigten Modulen. So kannst du dir Datenbanken „zusammenklicken“, Prozesse per Drag & Drop verbinden und Abläufe über visuelle Workflows definieren.

Hier ein einfaches Beispiel zur Veranschaulichung: Statt eine Nutzerregistrierung manuell zu programmieren, ziehst du in einem Low Code App Builder ein „Login-Modul“ auf deine Oberfläche, verknüpfst es mit einer Datenquelle und konfigurierst Berechtigungen über Auswahlfelder.

Das spart enorm Zeit, aber: Du arbeitest immer innerhalb der Grenzen der jeweiligen Low Code App Plattform. Sobald du etwas brauchst, das außerhalb der vorgesehenen Bausteine liegt, wird es kompliziert, in manchen Fällen unmöglich.

Low Code App Development kann also das Ausmaß der Programmierung reduzieren, diese jedoch nicht vollständig ersetzen.

Vorteile der Low Code App Entwicklung

  • Ein großer Vorteil der Low Code App Entwicklung ist die enorme Geschwindigkeit, mit der erste funktionsfähige Anwendungen entstehen können. Was auf klassischen Weg Monate dauert, lässt sich oft in wenigen Wochen umsetzen.
  • Low Code Apps erfordern keine Developer für die Umsetzung, sprich: Unternehmen können interne Prozesse digitalisieren, ohne jedes Mal ein komplettes Entwicklerteam einzuplanen. Fachabteilungen werden dadurch handlungsfähiger und können Ideen schneller testen.
  • Low Code App Building senkt die Einstiegshürden in die Softwareentwicklung, weil weniger Tech-Skills notwendig sind. Das erleichtert Experimente und fördert die Innovationsgeschwindigkeit.
  • Durch visuelle Entwicklungsumgebungen werden Anforderungen greifbarer, weil Prozesse direkt modelliert statt abstrakt beschrieben werden. Das reduziert Missverständnisse zwischen Fachabteilung und IT.
  • Viele Low Code App Development Tools bringen fertige Integrationen zu gängigen Systemen mit. Dadurch lassen sich bestehende Datenquellen schneller anbinden.
  • Für MVPs oder interne Tools ist Low Code App Building oft kostengünstiger als eine vollständige Individualentwicklung.
  • Anpassungen und kleinere Erweiterungen können teilweise ohne große Release-Zyklen vorgenommen werden. Das macht Anwendungen flexibler im Alltag.
  • Low Code App Plattformen ermöglichen den Startschuss für digitale Lösungen, die ansonsten womöglich jahrelang aufgeschoben worden wären.

Nachteile der Low Code Entwicklung

  • Low Code Apps stoßen schnell an technische Grenzen, sobald individuelle Funktionen oder komplexe Geschäftsprozesse umgesetzt werden sollen. Nicht alles lässt sich sinnvoll in einer Baukastenstrukturen abbilden.
  • Die Abhängigkeit von einer bestimmten Low Code App Platform kann langfristig problematisch werden. Preisänderungen, technische Einschränkungen oder Strategiewechsel des Anbieters wirken sich direkt auf deine Anwendung aus. Oft sind die in Tool A entwickelten Anwendungen nicht in Tool B migrierbar.
  • Skalierbarkeit wird häufig unterschätzt und ist bei Low Code Plattformen oft nicht von den Usern beeinflussbar. Aber du musst immer bedenken: Eine Lösung, die für 50 interne Nutzer funktioniert, kann bei 5.000 externen Nutzern an Performance-Grenzen stoßen.
  • Sicherheitsanforderungen lassen sich selbst von talentierten Low Code App Creatorn nicht immer so exakt umsetzen, wie es bei geschäftskritischen oder datenintensiven Anwendungen notwendig wäre.
  • Viele Low Code App Development Software Lösungen erlauben nur eingeschränkten Zugriff auf den tatsächlichen Code. Das erschwert spätere Migrationen oder tiefere technische Anpassungen.
  • Individuelles Design ist oft nur begrenzt realisierbar. Das führt dazu, dass viele Low Code Apps ähnlich aussehen und sich wenig voneinander unterscheiden.
  • Wenn Fachabteilungen eigenständig Apps bauen, kann schnell eine sogenannte Schatten-IT entstehen, sprich: Anwendungen wachsen unkontrolliert, ohne klare Wartungs- oder Sicherheitsprozesse. Treten hier Probleme auf und liegt eine starke Abhängigkeit zu den selbstentwickelten Tools vor, kann dies im Worst Case ganze Geschäftszweige lahmlegen.
  • Schnelle und preiswerte Low Code Lösungen können sich langfristig als teurer Neuaufbau herausstellen, wenn die Plattform den zukünftigen Anforderungen nicht mehr gewachsen ist.

Welche Low Code App Builder gibt es?

  • OutSystems: Etablierte Plattform zur Entwicklung von Unternehmensanwendungen
  • Mendix: Stark im Enterprise-Umfeld und bei Prozessanwendungen
  • Microsoft Power Apps: Eng verzahnt mit dem Microsoft-Ökosystem
  • Appian: Fokus auf Automatisierung und Geschäftsprozesse
  • Bubble: Beliebt für Start-ups und geeignet für schnelle MVPs auf Web-App-Basis

Exkurs: Low Code vs. No Code – wo liegt der Unterschied?

No Code Plattformen kommen vollständig ohne Programmierung aus. Nutzer arbeiten ausschließlich mit vorgefertigten Bausteinen. Low Code hingegen erlaubt zusätzlich eigene Code-Erweiterungen in begrenztem Maß.

Das macht Low Code flexibler als No Code, aber auch komplexer. Während No Code eher für einfache Tools geeignet ist, richtet sich Low Code App Entwicklung an Projekte mit etwas höheren Anforderungen – allerdings immer noch mit klaren technischen Grenzen.

Wofür Low Code gut geeignet ist und wofür nicht

Low Code ist stark, wenn es um interne Anwendungen mit einfachen Ansprüchen geht, sprich: Dashboards, Prozess-Tools, kleine Datenbank-Apps oder MVPs zur schnellen Validierung.

Sobald jedoch eine App geschäftskritisch wird, monetarisiert werden soll oder von Kunden genutzt wird, steigen die Anforderungen drastisch.

Performance, Sicherheit, UX, Skalierbarkeit und Integrationsfähigkeit werden zu kritischen Erfolgsfaktoren, weshalb die meisten Low Code App Development Services hier ausscheiden.

Kann die Low Code Entwicklung eine App Agentur ersetzen?

In der Praxis sehen wir bei Applaunch immer wieder ähnliche Szenarien: Ein Unternehmen startet mit einem Low Code App Builder, um ein internes Tool zu bauen.

Das funktioniert anfangs gut. Doch bald kommen neue Anforderungen dazu: Mehr Nutzer, neue Schnittstellen, höhere Sicherheitsstandards. Plötzlich stößt die Plattform an ihre Grenzen und wir werden beauftragt, um das System neu aufzusetzen.

Oder: Ein Start-up baut sein erstes Produkt mit einer Low Code App Development Software. Für ein MVP oder Click Dummy mag das ausreichen. Doch sobald Investoren an Bord sind und die Skalierung geplant wird, zeigt sich: Architektur, Performance und Erweiterbarkeit sind nicht für Wachstum ausgelegt, weshalb das Projekt von Grund auf neu entwickelt werden muss.

Eine professionelle App Agentur wie Applaunch kümmert sich darüber hinaus nicht nur um die technische App Entwicklung, sondern übernimmt den kompletten Prozess vom App Konzept, über das UI / UX App Design, bis zum App Testing und App Marketing.

Zusammenfassend kann man also so sagen: Low Code App Development Tools eignen sich für einfache, digitale Werkzeuge für bestimmte Alltagssituationen. Eine App Agentur sollte immer dann beauftragt werden, wenn ein vollständiges digitales Produkt inkl. Infrastruktur und Vermarktungsstrategie für kommerzielle Ansprüche entwickelt werden soll.

Fazit: Low Code Entwicklung als Startpunkt und Interimslösung

Du suchst nach einem praktischen Tool für die internen Prozesse deines Teams, für das es noch keine vorgefertigte Anwendung auf dem Markt gibt? Dann kann die Low Code Entwicklung die richtige Wahl für dich sein.

Sobald deine App jedoch geschäftskritisch wird, Umsatz generieren soll oder von Kunden genutzt wird, steigen die Anforderungen enorm. Dann geht es nicht mehr nur um reine Funktionalität, sondern um Skalierbarkeit, Sicherheit, Performance und User Experience. Der Gang zu einer App Agentur ist hier nicht nur die bessere sondern auch langfristig günstigere Wahl.

Wir von Applaunch haben in den letzten 10+ Jahren über 280 App-Projekte realisiert. Daher können wir gut einschätzen, in welchen Fällen Low Code der richtige oder falsche Weg auf der Suche nach dem passenden Entwicklungsansatz ist.

In einem kostenlosen Beratungsgespräch schauen wir uns dein Vorhaben gerne im Detail an und sagen dir ehrlich, welcher Weg für dein Projekt wirtschaftlich und technisch am meisten Sinn ergibt.

So stellst du sicher, dass dein App-Projekt nicht nur schnell startet, sondern langfristig erfolgreich wird. Nutze zur Terminvereinbarung einfach unser Kontaktformular oder melde dich telefonisch unter der Nummer +49 171 144 6325.

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Über André Bornstein / Applaunch

André ist ein erfahrener App Entwickler und hat 2013 gemeinsam mit Deepak Malhan die App Agentur Applaunch gegründet.

4,9 Sterne basierend auf
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